Das Best Friends Sanctuary, UT

BestFriends ist eine 1984 gegründete Tierschutzorganisation,  die Tiere in Not aufnimmt.

Hunde und Katzen sind natürlich in der Mehrzahl, aber auch Pferde, Ziegen, Vögel und sogar Hängebauchschweine werden eingesammelt, gesund-gepflegt, kastriert und an neue Besitzer abgegeben. Mehr als 1200 (!) Hunde werden pro Jahr vermittelt.

Ein besonderes Anliegen von BestFriends ist das Schicksal der nicht-vermittelbaren Tiere:  Save Them All. Die Tötung der Tiere wegen der Überfüllung der Tierheime kommt für BestFriends nicht in Frage. Der Verein hat das Ziel bis 2025 für die USA komplett darauf  zu verzichten.

Manche Tiere sind gesundheitlich oder auch vom Wesen her geschädigt und eingeschränkt, all diesen wird ein tiergerechtes, ein schönes Leben geboten. Die Anlagen sind vorbildlich durchdacht und angelegt und man sieht das Engagement der Angestellten aber auch der sehr vielen Freiwiligen, die jedes Jahr einige Zeit auf dem Gelände verbringen und sich für die Tiere einbringen.


Es werden einige kostenlose themenorientierte – wegen der Weitläufigkeit des Geländes mit dem Bus durchgeführte Touren angeboten.

Auf der allgemeinen Übersichtstour lernt man auf der oben liegenden Ebene über dem Canyon Hunde- Katzen- und Vogelabteilung kennen. Hier befindet sich die beeindruckende Tierklinik, die Hundetrainingshalle und die -wie gesagt wird – fabelhafte Kantine (es ist fest eingeplant, beim nächsten Mal hier essen zu gehen).

Historisch war die Kampfhundaffäre um den NFL-Star Michael Vick, ein Ereignis, das zeigt, auf welcher Seite der Leine das gefährliche Tier sich befindet. Statt dem Impuls der Öffentlichkeit, die Kampfhunde einzuschläfern nachzugeben, hat BestFriends bewiesen, dass ein großer Teil nach dem Durchlaufen des BestFriends-Standard-Programms sehr wohl vermittelbar war. Ein Teil der Tiere mit Einschränkungen lebt heute noch in BestFriends DogTown. 400 Festangestellte und eine große Anzahl von freiwilligen Helfern kümmern sich um die Tiere, außerdem hat BestFriends ein weitgespanntes Netz aus Kooperationspartnern und anderen Tierhilfeorganisationen, für dessen Betreuung sind weitere 400 Leute aktiv.


Besucher können sich auf verschiedenen geführten Touren durch das weitläufige Gelände einen Eindruck verschaffen, und davon haben wir intensiv Gebrauch gemacht: Margaret hat uns die Pferde, Ziegen und Pot-Belly-Pigs gezeigt, die auf der Sohle des Angel Canyon untergebracht sind.


Überraschend fanden wir den massiven Elektrozaun bei den Pferden; er soll aber nicht etwa die Pferde am Ausbrechen hindern, sondern er dient dem Schutz der Pferde vor überengagierten Besuchern, die den Pferden früher öfters etwas zu fressen gaben, was nicht zur Diät passte und  dadurch die Tiere gefährdeten – Schilder nutzten nichts, darum jetzt Hochspannung. Der Erziehung der Pferde wird viel Zeit gewidmet (naturnahe Erziehung nach Parelly). Sehr informativ und interessant.


Die eine DogTown-Tour führte Glen; Glen als typischer New-Yorker machte zuerst einen etwas abweisenden Eindruck und es war toll zu sehen, wie er auftaute, wenn es um sein Anliegen ging: Hundeverhaltenstraining. Er ist darin sehr aktiv und erfahren, entsprechend wurde uns auf der Tour der Kontakt zu verschiedenen Trainingssituationen möglich gemacht. Für die Vermittelbarkeit eines heimatlosen Hundes ist dieses Training von zentraler Bedeutung, auch um zu verhindern, dass ein Hund bald wieder als Problem im Tierheim auftaucht. Die Verhaltenstrainer sind sehr motiviert und das Vorgehen ist sehr gut abgesprochen und die Entwicklung wird eingehend dokumentiert. Für einen Hund im Tierheim ist das Training ein willkommene Abwechslung, im Kampf gegen den Alltag und die Langeweile.


Jeder Hund trägt ein Halsband in den Farben
grün, rot oder gelb.

Nur die Hunde mit den grünen Bändern dürfen von den Volonteers betreut werden, die roten und gelben nur von den Angestellen, wobei die gelben außerdem unter Quarantäne stehen


Im Katzenhaus leben auch viele, nicht vermittelbare Katzen, die unheilbar an einem Virus erkrankt sind und leider keine lange Lebenserwartung mehr haben


Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Besucht auf Angels Rest, dem Friedhof des Sanctuarys. Von weitem hört man die Windchimes, die eine ganz eigenartige Stimmung verbreiten.

https://www.youtube.com/watch?v=moOT25MokAE

Außer auf dem neu angelegten Campingplatz auf dem Gelände, kann man auch Cabins mieten – nicht ganz billig aber für einen guten Zweck.