20.03.2026

Erster Eindruck
Gleich am Eingang fällt positiv auf, dass der Eintritt in das Museum kostenlos ist. Für einen Wochentag sind erstaunlich viele Besucher unterwegs, darunter viele Familien mit Kindern.


Der erste Eindruck ist insgesamt sehr stimmig: eine großzügige Architektur mit vielseitig nutzbaren Ausstellungsflächen, die bruchlos ineinander übergehen und den Exponaten einen klaren, zusammenhängenden Gesamteindruck verleihen.


Das Gebäude wurde Ende der 1990er Jahre eröffnet und gehört zu den kulturellen Kerninstitutionen der Innenstadt. Es gibt zahlreiche Sonderausstellungen, offenbar nicht aus dem eigenen Fundus bestückt, der vermutlich eher klein ist – was bei kommunalen Museen dieser Größe nicht ungewöhnlich ist.
Frida‑Kahlo‑Ausstellung

Die Frida Kahlo Ausstellung zeigt Fotografien, Textdokumente und einige persönliche Gegenstände mit Bezug zu ihr und ist sehr gut besucht.
Auffällig ist, dass keinerlei Gemälde präsentiert werden – vermutlich, weil diese schwer zugänglich sind oder die Leihkosten zu hoch wären. Kahlo‑Gemälde befinden sich überwiegend in wenigen großen Sammlungen, und internationale Leihgaben sind organisatorisch wie finanziell anspruchsvoll. Die Ausstellung konzentriert sich daher auf biografisches Material und die fotografische Dokumentation ihres Umfelds, was einen anderen, aber durchaus informativen Zugang zu ihrem Werk ermöglicht.
Kress‑Sammlung europäischer Kunst
Das EPMA hat von Samuel Kress eine Sammlung europäischer Kunst vermacht bekommen. Kress war ein amerikanischer Unternehmer und Kunstmäzen, der im 20. Jahrhundert zahlreiche Museen mit Werken der europäischen Renaissance und des Barock ausstattete. Darunter befinden sich auch drei Bilder von Jacobo del Casentino aus Florenz, 14. Jahrhundert.

Erst eine detektivische Röntgenuntersuchung brachte ans Licht, dass diese drei Werke ursprünglich zusammen einen Altar schmückten – ausgesprochen lehrreich, weil solche Rekonstruktionen selten möglich sind und einen Einblick in die Werkstattpraxis der frühen italienischen Malerei geben.
Lokaler Fokus und regionale Künstler
Insgesamt verfolgt das EPMA einen sehr lokalen Fokus, sowohl bei den Künstlern als auch thematisch. Das ist typisch für Museen im Grenzraum, die bewusst regionale Identität und Geschichte sichtbar machen. Besonders gut gefallen hat mir die Sonderausstellung der US Künstlerin Suzi Davidoff (Jahrgang 1953). Sie beeindruckt mit großflächigen Kompositionen aus Pflanzenteilen und naturnahen Materialien wie Sand und Lehm.



Davidoff arbeitet häufig mit Techniken, die botanische Strukturen hervorheben, und verbindet damit ökologische Themen des amerikanischen Südwestens.
Tom Lea und die Landschaft des Westens
Lea war nicht nur Maler, sondern auch Illustrator und Autor, und seine Werke sind eng mit der Landschaft und Geschichte der Region verbunden. Sein Porträt seiner Frau erinnert mich stilistisch an Hodler – kühl, aber sehr stimmungsvoll. Außerdem sind von ihm Landschaftsbilder zu sehen, etwa „Rio Grande“ (1954) und „Rough Country“ (1960), dynamisch, fast dramatisch. Lea gilt als einer der wichtigsten visuellen Chronisten des südwestlichen Grenzlands, und seine Arbeiten verbinden dokumentarische Präzision mit einer klaren, fast grafischen Formensprache.
Förderung lokaler Kunst
Sehr positiv fand ich den Ansatz des Museums, die lokale Künstlerausbildung zu fördern; einige der ausgestellten Werke haben spürbar Pepp. Das EPMA arbeitet regelmäßig mit Schulen, Colleges und regionalen Kunstinitiativen zusammen, was man den Präsentationen ansieht: Sie sind nicht nur dekorativ, sondern zeigen auch experimentelle Ansätze und die Vielfalt der lokalen Kunstszene.
Fazit

Unsgesamt ein lohnender Besuch, besonders wegen der immer wieder überraschenden Sonderausstellungen.
Das Museum ist kein „Blockbuster Haus“, sondern ein Ort, der regionale Perspektiven ernst nimmt und internationale Themen in angemessener Form integriert – genau das macht es interessant.
Quelle: JR + Copilot


