Tombstone, AZ, Historic Courthouse

Das 1882 fertiggestellte Courthouse ist heute als Arizona State Park ein Museum, das einen breit gefächerten Überblick über viele Aspekte des Wilden Westens am Beispiel des South Arizona Area bietet.

Der Name „Tombstone“ geht auf den Prospektor Ed Schieffelin zurück, der 1872 – allen Warnungen und der Prophezeiung, er werde nur seinen eigenen Tombstone (Grabstein) finden – es zum Trotz wagte im San Pedro Valley nach Silber zu suchen und richtig viel davon fand. Seinen ersten Claim nannte er dann Tombstone.

2 Jahre später entstand durch den Zuzug von vielen Silbersuchern und Glücksrittern eine ganze Stadt: auch diese wurde Tombstone genannt. Das Museum zeigt Karten und Geräte, sogar ein Labor, das zur Bestimmung des Silbergehaltes in Erzen diente, und stellt die Geschichte der Minen in diesem Gebiet dar.

Die Gesetzlosigkeit der frühen Tage zeigt sich auch: das ikonische Duell von Wyatt Earp am OK-Coral, im Courthouse wurden viele Schurken zum Tod durch den Strang am ebenfalls ausgestellten Galgen verurteilt, eine Tafel 150 Meter entfernt verweist auf eine Lynchstelle, wo die Öffentlichkeit mit dem Urteil im Courthouse „lebenslänglich“ nicht einverstanden war und dies handgreiflich anders regelte.

Glücklicherweise gibt es auch anderes Lokalkolorit zu sehen: Das freie Leben der Cowboys, Viehbarone, Sheriffs, Portrait und Instrumente (Hilfe, ein Werkzeugkoffer voller Zangen) des Arztes Dr. Goodfellow, und  Beispiele des sehr unbequemen Reisen zu dieser Zeit mit Kutsche und Pferd.

Alte Photographien wurden restauriert und historische Ausgaben der lokalen Zeitung von Tombstone sind zu sehen: diese heißt – ich bin versucht logischerweise zu sagen – Epitaph, also Grabinschrift.

Besonders gut gefallen hat mir eine Zusammenstellung der Portraits, wie es Cochise (nur darstellbar durch die bekannte sehr große Ähnlichkeit zu seinem Sohn Nachez; von ihm gibt es kein Photo) als zentraler Führer der Apachen dieser Gegend,  Thomas Jeffords, der ganz unzeitgeistgemäß ein Indianerfreund war, und General Howard unter persönlichem Mut, vor allem aber durch Authentizität und persönliche Glaubwürdigkeit, gelang, einen lange erfolgreichen Friedensvertrag auszuhandeln.