Warum gibt es hier so viele unterschiedliche Gesteinsformationen?

Auf die erste Begeisterung beim Anblick der roten Steine folgt die Verwunderung über die unglaubliche Vielfalt und Unterschiedlichkeit der von uns besuchten geologischen Formationen: es gibt Arches, Spines, Buttes, und nun auch noch Goblins hier im Goblin SP. Diese gibt es nur hier, und der Name ist berechtigt, sie sehen wirklich wie kleine Gnome aus.

Man muss sich immer wieder klarmachen, dass alle diese Formationen durch besonders wenig Erosion entstanden sind. Durch die extreme Trockenheit fällt in diesem Gebiet nur etwa 20-30 cm Niederschlag pro Jahr, bei Regenmengen wie bei uns daheim wäre all das schon lange komplett weg. So hatten Wasser und Wind lange Zeit, um durch kleine Einwirkungen viele Formen zu erzeugen.

Dabei spielt auch die Zusammensetzung der Gesteine eine große Rolle. Wenn z.B. an dieser Stelle ein Strand statt des normalen Meeresbodens lag, eine Schleife im Flussbett, oder eine Sanddüne, dann enthält diese Schicht möglicherweise hier etwas mehr Ton oder eine andere Zusammensetzung als an vielen anderen Stellen. Das macht sich in den Erosionseigenschaften bemerkbar, und macht die feinen Lokalisationsdifferenzen verständlicher.

Vorstellbar ist auch ein Einfluss durch den Erosionsprozess selber: am Anfang bildete sich zufällig eine bestimmte Form, diese wird im weiteren Verlauf immer weiter herausgearbeitet, bleibt aber immer vom Anfang vorgegeben – wie ein kleiner Schmetterlingseffekt.

Alles ein bisschen Spekulation, aber dieses Nachspüren gehört zum Staunen und Genießen dazu.