Bisbee, AZ – Tour durch die Queen Mine

Die Mine wurde von 1877 bis 1975 betrieben und gehörte zu den fünf ertragreichsten Minen in den USA.

Die Tour verwendet die gut erhaltene elektrische Grubenbahn, um in den horizontalen Tunnel auf Sohle 3 einzufahren. Insgesamt gibt es 7 Sohlen, die jeweils 100 Feet voneinander entfernt angelegt wurden, die Tunnel sind in der Summe 143 Meilen lang.  Sie hat eine natürliche Belüftung; die Durchschnittstemperatur beträgt 8,3 Grad C, so dass es ratsam ist, sich etwas wärmer anzuziehen.

Nach ungefähr 400 m hielt Bill, unser Führer, der früher hier selber als Bergmann gearbeitet hat, an einem ersten Haltepunkt und zeigte Werkzeuge, Vorgehensweise des Abbaus und Erze, die hier gewonnen wurden. Es gab helles Gallenit, ein Bleierz, das viel Silber enthielt. Ryolith war hier ein high grade Kupfererz, das ca. 25% Kupfer enthielt; auch Gold und Silber waren als weitere Bestandteile enthalten und wurden gewonnen.

In Bisbee wurden die Erze abgebaut und in den Mills zerkleinert, die weitere Verarbeitung geschah in Douglas und der endgültige Scheideprozess fand in El Paso statt. Aus heutiger Perspektive kann man sagen:“Glück gehabt, Bisbee!“ Denn die stark SO2-haltigen Abgase sind dir erspart geblieben.

Zum Beginn der Minennutzung im 19. Jahrhundert wurde ein Gang verwendet, der unter einem Neigungswinkel von ca. 45° von der Bergoberseite den Zugang darstellte. Aber erst der 1915 gesprengte Horizontaltunnel machte es einfacher, das Erz aus dem Bergwerk nach draußen zu transportieren. Am Anfang verwendete man dafür Mulis, die immer 4 mit Erz beladene Waggons auf Schienen nach draußen zogen. „Einmal“, wie Bill erzählte “ wollte ein Chef den Output erhöhen und ließ 5 Waggons aneinander ketten, aber das Muli, nicht dumm, merkte das sofort, setzte sich auf den Boden und ließ sich nicht per Peitsche und nicht per Karotte dazu bringen, die neue Belastung zu akzeptieren. Ein Beispiel für erfolgreiches Miner Union“ beschrieb Bill.

Bill zeigte wie man mit Hammer und Meißel das Erz gewann, später wurden Presslufthämmer verwendet, um Löcher für die Sprengungen zu schlagen. Staublunge und Hörschäden waren weit verbreitet. Interessant auch die Geschichte über den mit Soft Pine Holz ausgeführten Tunnelausbau. Dieses „sprechende“ Holz wurde gerne verwendet, da es bei übermäßiger Belastung laut knackt und erst dann anfängt zu zersplittern. „Wood talks, miner walks“ so war der Bergmann gewarnt und konnte die gefährliche Stelle hoffentlich früh genug verlassen. Der Minenbetrieb wurde 1975 wegen Erschöpfung der Vorkommen eingestellt.

Insgesamt eine sehr interessante Tour, um in die für den Südwesten historisch wichtigen Erzabbauaspekte einen Einblick zu gewinnen,