Besuch der Keys Ranch

Der Besuch der Keys Ranch ist nur nach vorheriger Anmeldung im Visitorcenter und nur im Rahmen einer geführten Tour für 10$ pro Person möglich.

Der Name der streng behüteten Ranch – die Durchfahrt ist durch einen Schlagbaum gesperrt – geht auf Bill und Francis Keys zurück. Sie heirateten 1918 und lebten mit ihren Kindern – nur vier erreichten das Erwachsenenalter – auf der Ranch im Inneren des heutigen Nationalparks. In der unwirtlichen Wüste sicherten sie mit Vieh- und Landwirtschaft, aber auch mit Goldgewinnung ihr Überleben. Alles auf der Ranch ist rund 100 Jahre alt und entsprechend von historischem Wert; darum auch die rigorose Zugangskontrolle.

Ranger Keith war seine Begeisterung über all die Artefakte bei jedem Wort seiner Führung anzumerken. Anscheinend war das Motto der Keys „Man kann alles mal gebrauchen, wenn man es nicht selber irgendwie einsetzt kann man damit immer noch Handel treiben“. Verständlich, wenn man sich klarmacht, wie weit alles hierhergebracht werden musste und was technische Hardware kostete. „Re-purposing“ heisst das Stichwort: man hat ein Problem und die Lösung besteht darin etwas Vorhandenem einer neuen Verwendung zuzuordnen. Man sieht eine Menge alter Holzschuppen, an denen die 100 Jahre nicht spurlos vorbeigegangen waren; auch das Wasserwindrad war alt und die Entstehung hat einen traurigen Hintergrund: vorher gab es hier einen Brunnen mit einer Seilwinde um das Wassergefäß hochzuziehen, Eines Tages hatte ein Sohn der Familie die Handkurbel nicht richtig gesichert; er bekam einen Schlag auf den Kopf und starb einige Tage später an den schweren Kopfverletzungen. Medizinische Hilfe war damals auch nicht so schnell verfügbar.

Interessant war, die vielen Dinge aus der Zeit zu sehen, deren genaue Anwendung uns heute zum Teil unbekannt ist. Ungebrochen ist aber die heutige Begeisterung an den Pioneers, die hier draußen ihr Leben gegen all die Unbill hinbekommen haben. Bill Keys saß paar Jahre im Gefängnis, weil er in einem Streit, wohl in Notwehr einen Mann tötete; tatsächlich lernte dort sehr viel, was er für sein Leben auf der Ranch gut brauchen konnte.

Kurz vor seinem Tod wollte er das Gelände an einen Developer verkaufen: das Projekt Lodge für Touristen scheiterte aber am Wassermangel. Der Nationalparkservice handelte mit dem Developer einen „Land swap deal“ aus. Dieser erhielt Land bei San Diego (was laut Ranger Keith heute einen mehrstelligen Millionenwert haben muss) und der NPS pflegt die Keys Ranch als Highlight des Joshua Tree NP.

Bill Keys und auch aktuell eine seiner Töchter sind auf ihrem Land begraben, der Familienfriedhof ist leider, aber verständlicherweise nicht öffentlich zugänglich.