Die St. Andreas Spalte…

sehen zu lernen, wie es im Living Dessert Zoo and Garden in Palm Springs recht anschaulich erläutert wurde.

Unsere Erde ändert sich ständig, ihre äußere Schicht ist dünn und brüchig. Diese hat sich in 12 Platten aufgeteilt, die  über Millionen von Jahren ihre Form und Orientierung geändert haben. Die Platten-Tektonik untersucht und analysiert die Bewegung der Platten relativ zueinander, und versucht die dabei ablaufende Entstehung von Gebirgen, die Änderung der Form von Kontinenten und des Ozeanbodens zu erklären. Zum Beispiel können zwei Platten zusammengeschoben werden, normalerweise taucht dabei die eine Platte unter der anderen ab. Dies erzeugt einen tiefen Ozeangraben oder manchmal hohe Gebirge auf der oberen Platte (z.B. die Anden).  Werden zwei Platten auseinandergezogen, so wird der Riss durch geschmolzenes Tiefengestein aufgefüllt, so entsteht z.B. ein Unterwassergebirge.

Zwei Platten und ihre Gesteinsformationen können auch aneinander entlang gleiten, dies erzeugt eine Spalte, wie die Sankt-Andreas-Spalte in Californien. Die pazifische Platte rieb an der nordamerikanischen Platte für Millionen Jahre, dadurch wurde die Spalte, also die Bruchstelle zwischen den Platten, zu einer Zone von fein zerriebenem Gestein und Ton. Grundwasser wurde durch diese Barriere zurückgehalten und ermöglichte den Fächerpalmen hier – also entlang der Bruchstelle – ein gutes Wachstum.

Was heißt das: Man kann in dem trockenen Land hier in Süd-Californien die Lage der Spalte direkt sehen, indem man mit dem Auge der Linie der Palmen-Oasen dem Tal entlang am Fuße der Berge folgt -> das ist die Sankt-Andreas-Spalte!

Die Bewegung zweier Platten entlang einer Spalte führt in der Regel nicht zu einer gleichmäßigen Ausgleichsbewegung. Vielmehr verhaken sich die Platten zuerst, es baut sich Spannung auf, die zu einer Verbiegung des Gesteins führt. Wird diese Spannung zu groß, kommt es irgendwann zu einer plötzlichen Verschiebebewegung der Platten gegeneinander. Wir spüren die Schwingungen dieser abrupten Lösung der Spannung und nennen das ein Erdbeben – insgesamt spricht man vom Stick-Slip-Mechanismus der Erdbebenentstehung.

Das Ausmaß der Verschiebung kann ein Geologe bestimmen, indem er nach zueinander passenden Gesteinsformationen auf unterschiedlichen Seiten der Spalte sucht.  So findet man eine Verschiebung von ca. 195 Meilen, das heißt an der Spalte verschieben sich die Platten ca. ½ bis 1 ½ inch pro Jahr, und irgendwann kommt es zu nächsten Erdbeben hier.