Kitt Peak Observatorium, Tucson, AZ

Bei strahlend blauem Himmel… ging es morgens um 9 Uhr steil den Berg hinauf, die große Sternwarte kam immer wieder hinter einer Kurve ganz oben in das Blickfeld. Der Berg Kitt-Peak ist 2096 m hoch, entsprechend  bieten sich fantastische Blicke auf die umliegenden Berge und Ebenen. Auf der Gipfelfläche befinden sich mehr als 20 Observatorien, teilweise von Zusammenschlüssen von Hochschulen betrieben, die Universität von Arizona ist aber deutlich der Platzhirsch mit den meisten Observatorien. Das Visitor Center hat einen schön gestalteten Außenbereich: es gibt eine Hommage an die Mathematik- und Astronomiekenntnisse der Maya und mehrere Sonnenuhren.

Der KittPeak  liegt in einem Indianerreservat (Od‘ Odham), er ist der zweitheiligste Berg für die Indianer in dieser Gegend  und entsprechend schwierig gestalteten sich auch die Gespräche über die Verpachtung des Berges, als sich der Kitt Peak als am besten geeigneter Standort präsentierte. Unter Auflagen, z.B. dass der Kommerz begrenzt bleiben und für die Natives Arbeitsplätze geschaffen werden sollte kam das Abkommen schließlich zustande.

Vom Visitor Center aus starten die Guided Tours, die von sehr engagierten und kundigen Freiwilligen professionell durchgeführt werden.

Tour 1 hat das große McMath-Pierson-Sonnenteleskop zum Ziel, es wurde 1962 erbaut und letztes Jahr außer Betrieb genommen. Kitt-Peak hat Geld von der National Science Foundation erhalten, das in ein neues Visitor Center und in Programme („Window to the Universe“) investiert wird, die die Öffentlichkeit, vor allem aber junge Leute an Astronomie, Kosmologie und überhaupt die Naturwissenschaften heranführen und interessieren sollen. Das neue Centrum soll um das Sonnenteleskop herum entstehen.

Schon allein die Ausmaße des Sonnenteleskops sind beeindruckend, der Turm ist 32 m hoch, oben befinden sich die flachen Spiegel (Heliostat genannt), die das Licht nach unten in den Schacht werfen, der größere Teil des Teleskops liegt unterirdisch. Wie die Guides uns erläuterten, kommt es darauf an, Temperaturunterschiede zu vermeiden, weil dies immer zu Luftströmung führen und dies macht die Bildqualität deutlich schlechter. In der Mitte gibt es einen Gang zu dem Spiegel, der das vom ganz unten liegenden Parabolspiegel fokussierte Sonnenabbild nach unten in die Laborräume ablenkt. Dort hat man dann ein ca. 2 m großes Abbild der Sonnenoberfläche und kann daran z.B. spektroskopische Untersuchungen durchführen.

Tour 2  führte zum 2.1.m Telescop Kitts Peak, ein großes optisches Nachtteleskop

Tour 3 ging zum größten Teleskop am KPNO, dem Mayall mit einem 4 m Spiegel, das man von unten auf der Straße sieht. Auf dem Weg dorthin sahen wir zwei kleine Teleskope, die im Spacewatchrogramm eingebunden sind. Objekte kleiner als 20 m verglühen, größere erreichen den Boden und richtig große erzeugen Riesenkrater und verändern die Lebensbedingungen drastisch( Siehe Dinosaurierssterben), deshalb ist es sinnvoll Bescheid zu wissen, ob größere  Objekte sich der Erde gefährlich nähern, die dann zu ergreifenden Gegenmaßnahmen sind nicht so einfach wie man es sich in Filmen gerne macht. Das Mayall war beeindruckend, der Spiegeldurchmesser von 4 Metern ist gewaltig, der Gesamtaufbau mit Rahmenmontierung wiegt ca. 350 Tonnen, ist aber so gut austariert, das ein kleiner Motor zum Antrieb ausreicht. Im Moment findet ein Totalumbau statt, ein neuer DESI genannter Detektor mit 5000 Lochblenden und dahinter angebrachten Glasfaseroptiken soll die photografische Dokumentation und spektroskopische Charakterisierung von sehr vielen Himmelsobjekten ermöglichen. Außen gibt es eine umlaufende Galerie mit phänomenalem Ausblick vor allem auf die beeindruckenden Coyote-Mountains.

JR