Mission San Xavier, Tucson, AZ

02/2019

Woher der Name der Mission „weiße Taube“ stammt, wird gleich beim ersten Anblick klar: das Äußere ist strahlend weiß und hebt sich so von der umliegenden Landschaft deutlich ab.

Die Kirche wurde 1783 bis 1797 errichtet; dabei wurden aus Lehm gebrannte Ziegel zu zwei Mauern verbaut, deren Zwischenraum wurde – wie bei römischen Bauwerken usus – mit lokal vorhandenem Füllmaterial und Mörtel verfüllt –  hier wurde vulkanische Asche eingesetzt.

Die Mauern sind im unteren Bereich 6 feet (ca 2 Meter !) dick, im oberen 1 m. Durch diese massive Bauweise wird die besondere Standfestigkeit und Haltbarkeit des Bauwerks nachvollziehbar, das sogar kleinere Erdbeben ohne Schäden überstanden hat.

1692 begann der Jesuitenpater Francisco Eusebio Kino SJ mit der Missionierung dieser Region. Kino war ein typischer Jesuit: er war sehr breit gebildet, sprach bald die Sprache der Indianer und war mathematisch und astronomisch bewandert. Seine Karten, die er von der Gegend erstellte sind heute noch von Wert. Den Indianern brachte er die Viehzucht nahe und verbesserte die Landwirtschaft und Fruchtfolge, so dass sich die Lage der Indianer entscheidend verbesserte. Entsprechend erfolgreich war auch seine Missionierung, zumal sich Teile der indianischen Schöpfungsmystik und der Katholizismus gut zusammen ergänzten.

Die politische Situation änderte sich stets: die Jesuiten wurden 1767 von der Spanischen Krone in New Spain entmachtet und durch die Franziskaner ersetzt. 1821 wurde das Gebiet der Mission im Rahmen der Unabhängigkeit mexikanisch und schließlich durch den Gadsden Purchase 1853 US-amerikanisch. 1963 wurde die Kirche als Historic Landmark gelistet; 1989 war eine vollständige Notrestaurierung notwendig, weil vorherige Restaurierungen durch ungeeignete Materialien und Arbeitstechniken zu Wasser in den Wänden und zur drohenden Zerstörung der Wandmalereien geführt hatte.

Der Außenfassade am Eingang und das Innere sind reich verziert (Barock!!). Als Stilelemente tauchen überall die franziskanische Kordel und die von Santiago bekannte Jakobsmuschel auf. Das Innere und dabei vor allem der Altar – sie wirken sehr überladen – zeigen die Weihnachtsgeschichte und insgesamt mehr als 50 Engel.

Heute ist die Missionskirche ein Touristenmagnet: sehr sehenswert. Die ausgezeichneten, kostenlosen Führungen sollte man wenn möglich mitmachen.

Vor der Kirche verkaufen die O’Odham Indianer an einfachen Ständen Fryed Bread mit allen möglichen Zutaten: es schmeckt ausgezeichnet, ist aber sehr sehr fettig.

Die Mission ist 11 Kilometer von unserem Übernachtungsplatz, dem  Casino del Sol, entfernt.