Tutzigoot NM, AZ

03/2019

Tutzigoot ist ein Wort aus der Sprache der Apachen: es heisst „gekrümmtes Wasser“, was die Mäander des Verde Rivers beschreibt. Der Name wurde 1933 beim Beginn der Ausgrabungsarbeiten gewählt und 1939 beibehalten, als Tutzigoot den Status eines National Monument erhielt.

Als das Monument 1933 entdeckt wurde, war es von einer 4 Meter hohen Schuttschicht bedeckt, die von den zwei Archäologen mithilfe des Civilian Corporation Corps (CCC) vorsichtig abgetragen wurde. Montezuma’s Castle, in einer Höhle gelegen, war viel besser erhalten, aber durch seine Sichtbarkeit von „Hobby-Archäologen“ komplett ausgeplündert und leergeräumt.

In Tutzigoot wurde sehr viel Material unter fachkundiger Anleitung geborgen, was uns heute eine Vorstellung davon erlaubt, wie das Leben in dem Pueblo ablief. Es fand hauptsächlich draußen statt, die Räume wurden nur zum Schlafen benutzt. Es war sehr harmonisch, friedvoll und voller Lebensfreude. Im Zentrum der Anlage war ein großer Platz, der für den Handel und für das soziale Leben und die Zeremonien genutzt wurde. An 14 Stellen brannten Feuer, an denen gekocht wurde. Zusammen mit vielen auswärtigen Besuchern verbrachten die Bewohner ein Leben voll mit gemeinsamen Singen und Tanzen. Aus den gefundenen Überresten schließt man, dass die typische Lebenserwartung ca. 40 Jahre betrug.

Das Pueblo ist teilweise erhalten und durch Schrifttafeln und vor allem durch Führungen durch Freiwillige sehr gut erschlossen. Man kann sich auf einem Rundweg – erfreulicherweise auch mit Hundebegleitung – einen guten Überblick verschaffen;, die Teilnahme an einer Führung gibt einem aber deutlich mehr Einblick in das Pueblo-Leben.

Die Sinagua-Kultur (benannt nach spanisch sine aqua = kein Wasser) hat sich im Verde River Tal die vom Vulkanausbruch des Sunset Crater und die dabei verteilte sehr fruchtbare Asche verbesserten Bedingungen für Ackerbau zunutze gemacht. Ab 1125 wurde das Pueblo gebaut, zu seiner besten Zeit um 1250 bot es 110 Räume und hatte mehreren Hundert Bewohner. Ab ca. 1350 – 1400 verließen große Teile der Bewohner das Pueblo und zogen nach Nord-Osten weiter, die Gründe dafür kann man nur vermuten: eine Theorie nimmt eine deutliche Klimaänderung hin zu trockenerem und wärmerer Umwelt an, eine andere Theorie vermutet eine Erschöpfung der Böden und dass die damit einhergehenden Ernteausfälle die Menschen vertrieben haben.

Das Pueblo wurde auf einer Mesa, einer Hochfläche über dem weiten Tal des Verde Rivers erbaut. Im zentralen Teil besteht es aus drei Stockwerken übereinander, die Wände sind ca 40 cm dick und aus handzugerichtenten Quadern und runden Steien, die vom nahegelegenen Flußbett herangeschafft wurden mit Erdmörtel verfugt erbaut. Die Dächer wurden durch Holzbalken, die sich gegenseitig abstützten (Vigas genannt) und einer darauf liegenden Schicht aus Erdmörtel hergestellt. Dieser Baustil und die schiere Größe des Komplexes erforderte viele Beteiligte und viel Kooperation. Auch die Erhaltungspflege des Bauwerkes war vermutlich aufwendig. 

Auch heute macht es viel Arbeit, das Bauwerk für zukünftige Generationen zu erhalten. Der NPS ist davon abgekommen, durch viel Beton eine Stabilisierung zu machen, die das Bauwerk nicht in ursprünglicher Form erhält.

Auch hier gibt es immer wieder Besucher, die sich nicht an Regeln halten und sich und die Erhaltung des Bauwerkes gefährden, unser sehr engagierter Führer, der Volunteer Brian, war ganz erschüttert über diese Gedankenlosigkeit.

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