Glen Canyon Dam Visitor Center Tour

Die Tour kostet gerade mal 5 $ und lohnt sich auf jeden Fall. Wenn möglich sollte man sich vorher anmelden, es finden zwar einige Touren pro Tag statt (8?), aber sie sind dann doch recht schnell ausgebucht. Anmeldungen werden einen Tag vorher angenommen.

Die Tour startet am Carl Hayden Visitor Centre: zuerst bekamen wir die Basisinformationen geliefert: der Name leitet sich von Glen Cayon her; dies geht auf John Wesley Powell, den großen Entdecker im Colorado Gebiet, zurück, sinnvollerweise hat man den hinter dem Stausee gebildeten See nach Powell benannt. Dieser ist das zweigrößte Wasserreservoir in den USA, größer ist nur noch der Lake Mead. Die Hauptaufgaben des Damms sind Wassermanagement und Erzeugung von Hydroelektrizität.

Der Damm liegt auf der Grenze zwischen dem Upper Colorado Basin Staaten (Colorado, Utah, Wyoming und New Mexico) und den Lower Basin Staaten (California, Arizona und Nevada). Seit 1922 gibt es sehr detaillierte Regelungen und Verträge, wer wieviel Wasser bekommt. Das Upper Basin muss 75 Millionen acre feet in jeder 10 Jahres Periode liefern, Mexico hat am Ende des Colorado Anspruch auf 1,5 Millionen acre feet, nur hatte man damals nur 30 Jahre Daten zur Wassermenge, heute wird in den Zeiten des Wassermangels durch fehlende Niederschläge die Verteilung schwieriger! Die Durchflussmessstelle befindet sich übrigens ca. 10 Meilen unterhalb des Damms bei Lee’s Ferry, auch einen Besuch wert. Zur Zeit Füllungsgrad 36% von Maximalmenge 33 Kubik-km, niedrigster Stand war mal 30%, man braucht etwa 6 bis 10 Jahre mit guten Niederschlägen, um den See komplett zu füllen. 70% des Wassers wird für Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet, 18% für die Industrie und 12% für die Bevölkerung.

Doch am Anfang der Führung wurde auf den Bau näher eingegangen. 1956 begann der Bau, in der damals extrem abgelegenen Gegend mussten erstmal Straßen, Brücken und andere Infrastruktur gebaut werden, während der Bauphase kam alle 10 Minuten ein Laster mit Zement an, um die riesigen Mengen Beton anzumischen, die in die 220 m hohe Staumauer verbaut wurden. Indienststellung erfolgte 1966 durch die First Lady MS L. B. Johnson.

Der GC Damm hat eine gewölbte Form, um den Wasserdruck widerstehehn zu können, außerdem ist er am Boden 12 mal dicker als an der Dammkrone (7,6 m breit). Vor dem Damm zum See hin befinden sich 10 Vorbauten. Durch 2 von ihnen kann Wasser zu den 2 Ablassrohren geleitet werden, die anderen 8 regulieren den Zustrom zu den 8 Turbinen und ihren Generatoren. Jeder Generator wiegt ca. 46 Tonnen und braucht 4100 cubic feet pro Sekunde um seine Volllast von 1300 MW zu erzeugen. Die erzeugte Strommenge von jährlich 4,7 GWh reicht zur Versorgung von Hunderttausenden Haushalte.

Bau und Betrieb dieses Damms und vieler weiterer Dämme in diesem Gesamtsystem sind sicherlich ein großer Eingriff in die Natur, vielfach, von Anfang an und scharfzüngig kritisiert von David Brower  und den EarthFriend, und vielen Anderen, aber ohne diese Dämme wären Bewässerungsprojekte und Stromerzeugung nicht möglich..

Die Stauseen sind allesamt sehr schöne, beliebte Freizeitgebiete mit Schwerpunkt Wassersport